Das Atelier - wenn Einfluss verloren geht
Es ist bemerkenswert.
Wir leben in einer Region, die wirtschaftlich nicht am Abgrund steht. Berchtesgaden ist kein Ort der Perspektivlosigkeit. Viele besitzen Immobilien. Ferienwohnungen generieren Einkommen. Vermögen ist vorhanden. Es gibt Stabilität. Sicherheit. Natur, die wie eine inszenierte Kulisse wirkt. Ich nenne es oft eine Fototapete in Echtgröße.
Man müsste hier also nicht im Mangel denken. Und trotzdem ist er spürbar.
Der Neid.
Nicht als offener Angriff. Sondern als Struktur. Als Muster. Als Mechanismus.
Was hier abgestraft wird, ist nicht Unfähigkeit. Was hier abgestraft wird, ist Ehrgeiz. Und das hat wirklich ein zu beobachtendes System.
Neid entsteht oft dort, wo Menschen das Gefühl haben, keinen Einfluss mehr zu haben. Solange Gruppen durch kollektive Ablehnung Macht ausüben können, fühlen sie sich handlungsfähig. „Da gehen wir nicht rein, in den Kinderhasser-Laden.“ „Mit denen macht man nichts.“ „Das braucht hier keiner.“ Solche Sätze sind keine harmlosen Meinungen. Sie sind soziale Steuerungsinstrumente.
Gruppen erzeugen Macht durch Ausschluss. Das ist ein tief psychologisches, verwurzeltes Problem in Gemeinschaften. Durchaus kein lokales Problem, nicht nur in Berchtesgaden . Nein, überall dort, wo es „eingschworene Gemeinschaften gibt. Nicht speziell „mia san mia“. Die Orte gibt es überall in Deutschland. Auf Rügen. Auf Sylt. Im Schwarzwald oder wo auch immer.
Wenn mehrere Menschen sich informell darauf verständigen, einen Ort zu meiden, entsteht eine Form von Kontrolle. Man definiert, was akzeptabel ist, was normal ist, wer dazugehört und wer nicht. Das gibt Sicherheit. Das stabilisiert Hierarchien. Das beruhigt. Doch in dem Moment, in dem diese Steuerungsmöglichkeit wegfällt, kippt das System.
Wenn sie nicht mehr durch kollektive Ablehnung Macht ausüben können, entsteht Frustration. Wenn sie nicht mehr steuern können, wer mitmacht und wer nicht, entsteht Widerstand. Nicht, weil sie wirtschaftlich betroffen wären. Sondern weil ihnen das Gefühl von Einfluss entzogen wird.
Und genau das passiert hier vor Ort gerade.
In unserem klassischen Concept Store am Weihnachtsschützenplatz, im Herzen von Berchtesgaden, konnten sie noch entscheiden:
„Da würde ich nie reingehen.“
„Du gehst da auch nicht rein, oder?“
So entsteht gruppendynamisch etwas Böses. Man bleibt bewusst fern. Man erzeugt Distanz als gemeinsames Ritual. Man signalisiert Loyalität zur Gruppe durch Verweigerung.
Doch im Atelier funktioniert das nicht mehr. Dort entscheiden wir.
Wir definieren den Zugang.
Wir legen fest, wer durch diese Tür kommt.
Wir bestimmen die Mitgliedschaft. Und genau DAS, ist der eigentliche Trigger.
Sie können es nicht boykottieren. Denn sie bekommen keinen Zutritt.
Sie können keine kollektive Ablehnung organisieren, weil ihnen die Grundlage entzogen wurde. Sie können nicht steuern, wer reingeht, weil sie nicht eingeladen sind. Und Kontrollverlust erzeugt emotionalen Druck.
Psychologisch betrachtet reagiert der Mensch auf wahrgenommenen Kontrollverlust mit Abwehr. Widerstand ist eine typische Reaktion auf das Gefühl, ausgeschlossen zu sein – selbst dann, wenn man vorher behauptet hat, gar kein Interesse zu haben.
Das ist der paradoxe Kern von Neid: Er entsteht oft aus einem Widerspruch. Man will nicht teilnehmen – aber man will die Option haben.
Sobald die Option verschwindet, wird es laut.
Hinzu kommt der soziale Vergleich. Wenn jemand sichtbar wächst, investiert und neue Konzepte umsetzt, zwingt das zur Selbstbewertung. Man misst sich unbewusst. Und wenn das Ergebnis unangenehm ist, wird die Bewertung des anderen abgesenkt, um das eigene Selbstbild zu schützen.
„Überheblich.“
„Braucht doch keiner.“
„Was soll das mit diesem Shopping Club?“
Das sind keine sachlichen Einwände sondern ganz normale Schutzreaktionen. Neid ist selten ein wirtschaftliches Problem. Er ist ein Statusproblem. Er entsteht dort, wo sich Hierarchien verschieben. Wo jemand aus der erwarteten Rolle ausbricht. Wo jemand nicht mehr klein bleibt.
Ehrgeiz irritiert, weil er Normen infrage stellt.
Fleiß irritiert, weil er Vergleichbarkeit schafft.
Exklusivität irritiert, weil sie nicht verhandelbar ist.
Und genau deshalb bleiben unsere Türen selektiv. Nicht aus Trotz und auch nicht aus Arroganz. Sondern aus unternehmerischer Klarheit.
Wir tragen Verantwortung. Für Investitionen. Für Konzepte. Für Menschen, die hier arbeiten. Wir denken in Strategien, nicht in Dorfgerüchten. Wir planen in Jahren und nicht in Stammtischzyklen.
Neid war hier vor Ort von Stunde eins an und gegenüber präsent. Er kam früh. Er war laut. Er war sehr persönlich. Und er hat uns geschärft.
Denn wer permanent bewertet wird, lernt Präzision.
Wer boykottiert wird, lernt Zielgruppenfokus.
Wer permanent angegriffen wird, lernt Stabilität.
Haben sie Angst, dass wir auch mit diesem Konzept erfolgreich sind?
Ein absolut überzeugendes JA! Und wir werden es sein. Wahrscheinlich noch erfolgreicher als bisher. Das sagen meine Zahlen und meine Daten.
Nicht, weil wir jemanden provozieren wollen.
Sondern weil wir unternehmerisch handeln.
Gruppen können entscheiden, wo sie nicht hingehen. Und wir entscheiden, wer hineinkommt.
Das ist der klare Unterschied. Und dieser Unterschied bleibt.
In diesem Sinne. Legen wir los.
Marlis für Karins Schwester
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